Das myofasziales Schmerzsyndrom

 

90% aller Schmerzen im Bewegungsapparat haben hier ihre Ursache!

 

Es geht um Triggerpunkte.

Dabei handelt es sich um verhärtete, sehr schmerzhafte, Knoten in der Muskulatur.

 

Wir kennen sie bei uns selbst oft im Nacken...wo sie sich gerne durch Stress, oder einer falschen Haltung bilden. 

Das führt nicht selten zu Kopfschmerz, dem sogenannten Spannungs-Kopfschmerz. 

Auch in die Arme können die Schmerzen ausstrahlen bis hin zu Taubheitsgefühl/kribbeln bis in die Finger.

 

Beim Pferd ist es auch so! 

 

Die Schmerzen können ausstrahlen, oder sich sogar dort zeigen, wo scheinbar alles in Ordnung ist! 

Es kommt z. B. vor, daß ein Pferd in der Hinterhand lahmt, dort aber nichts zu finden ist!

Die Ursache kann dann ganz wo anders liegen, wie beispielsweise in der Muskulatur der Lende/Kruppe etc., oder auch "Blockaden" in der Wirbelsäule/Hüfte/Kreuzbein usw. ...

 

Die Krux an der Sache ist, daß es kein bildgebendes Verfahren gibt um dieses festzustellen, die Schmerzen jedoch immens sein können!

 

Da hilft ausschließlich die manuelle Untersuchung durch abtasten/fühlen (Paplation genannt)!!!

 

Warum erzähle ich Euch das?

 

Weil Triggerpunkte verantwortlich für das myo-fasziale Schmerzsyndrom sind!

Myo steht hierbei für Muskel und faszial für Faszie. Die Faszien umhüllen und verbinden nicht nur alles im Körper, sie befinden sich auch innerhalb der Muskulatur. Genauer gesagt, sie durchziehen ihn in jeder Faser!

 

Sie fungieren u. a. als "Informations- und Weiterleitungsorgan", was die Muskelspannung angeht und sind gespickt mit Nervenendigungen.

 

Viele Schmerzen im Bewegungsapparat sind daraus begründet!

 

Um gut arbeiten zu können müssen sie beweglich und gleitfähig sein.

Dazu benötigen sie z. B. den Sauerstoff aus dem Blut.

 

Bilden sich nun aber Triggerpunkte im Muskel, kommt es durch die Verkrampfung zu einer Minderdurchblutung. Folglich kommt nun der Sauerstoff ( u. diverse andere Stoffe) nicht mehr ausreichend an.

Weder der Muskel, noch die Faszie können so noch richtig arbeiten.

Auch der Abtransport von (Abfall)Stoffen funktioniert nicht mehr und sie lagern sich an.

 

Das Fasziengewebe verklebt/verfilzt regelrecht und verliert seine Funktion u. die Muskulatur verharrt quasi in einer Dauerkontraktion. (Bei Triggerpunkten sind die Muskelfasern in der Mitte zusammengezogen und an den Seiten gedehnt)

 

Als Folge bildet sich ein schmerzhafter Muskel-Hartstrang,der fühlbar ist und sogar sichtbar sein kann.

 

Von alleine löst sich dieser Zustand nicht wieder auf, vielmehr verstärkt er sich und weitet sich ( u. a. auch aufgrund von Kompensationsmechanismen des Pferdes) auf andere Regionen aus!

Das Pferd wird zunehmend auffällig beim reiten/fahren etc.

 

Die Bewegungen werden steifer und zum Teil unkoordiniert.

 

Um sie aus diesem "toten" Zustand wieder heraus zu holen bietet sich das Equine Dry Needling, oder eine manuelle Triggerpunktbehandlung an.

 

Diese Methoden lösen die so genannte "Energiekriese" im Muskel auf und versetzen ihn nachhaltig wieder in einen arbeitsfähigen Zustand!

Um diesen Zustand zu erhalten ist es unabdingbar die auslösenden Faktoren bestmöglich zu eliminieren!

 

Hauptauslöser sind u. a.:

  • emotionaler Stress 
  • schlecht sitzendes Equipment 
  • Über-oder Unterforderung der Muskulatur
  • einseitige Bewegungen (auch in der Haltung, z. B. Heunetz-Fütterung, einseitige Blickrichtung aus der Box, etc.)
  • Verletzungen

 

Bei Pferden mit Veränderungen am Knochen (Arthrose) oder Fehlstellungen kann durch die Behandlung eine Schmerzlinderung erreicht werden. Hier ist es sinnvoll, sie in regelmäßigen Abständen aus ihrer Schmerzspirale raus zu holen.

 

Dazu sein aber gesagt, daß es bei arthrotischen Veränderungen zum Teil auch sinnvoller ist, die Pferde in ihrer "Schutzspannung" zu belassen um ihren Zustand nicht , vorübergehen, zu verschlechtern!!!

 

Auch zur Vorbeugung von Verletzungen, z. B. Sehnenverletzungen, können die Methoden effektiv eingesetzt werden.

Durch die Reduzierung der Spannung in den zugehörigen Muskeln wird die Belastung der Sehne reduziert.

 

Zum Schluss noch ein dickes Dankeschön an die Entwicklerin des Equinen Dry Needlings - Andrea Schachinger!

 

 

Muskelreaktion bei der Behandlung