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Skoliosen bei Reiter und Pferd

 

Ein umfangreiches Thema

 

Skoliosen,

 

sind unphysiologisch Verkrümmungen der Wirbelsäule zur Seite.
Sie können dabei zusätzlich eine Verdrehung (Torsion) aufweisen und werden dann als Torions-Skoliose bezeichnet.

 

Diese Art von Wirbelsäulen-Fehlstellungen sind meist angeboren und können sowohl Menschen wie auch TIERE betreffen!

Die, teilweise deutlich, sichtbaren Auswirkungen sind u. a.:

- Beckenschiefstand

- Schulterschiefstand
- einseitiger "Rippenbuckel"
- einseitige Vorwölbung des Bauches
- Beinlängendifferenzen
- Armlängendifferenzen
- schiefe Kopfhaltung
- schiefe Schweifhaltung

 

Beim Pferd bewirkt dies allerlei Schwierigkeiten, die oft nicht mit einer Skoliose in Verbindung gebracht werden!

Insbesondere fallen beim Pferd der Beckenschiefstand, eine ungleiche Bemuskelung ( im Seitenvergleich!) der Vor-/u. od. Hinterhand und eine DEUTLICHE einseitige Biege-Problematik auf.

 

Oftmals hört man diesbezüglich auch von Pferden, wo beim reiten "vorne und hinten" nicht zusammenpassen oder "das Pferd hinter dem Sattel abbricht".
Auch sehr gängig das Problem: mein Pferd setzt mich immer nach links bzw. rechts!

Sehr schwierig gestaltet sich in solchen Fällen auch einen passenden Sattel zu finden.

Hierzu sei gesagt, daß es unvorteilhaft ist den Sattel der Schiefe solcher Pferde anzupassen! 
Das verhindert einen kompensatorischen (ausgleichenden) Muskelaufbau!
Dieser ist jedoch extrem wichtig zur Stabilisierung und auch Mobilisierung einer solchen Wirbelsäule.

 

Hat man den Eindruck gewonnen, das gewisse Schwierigkeiten auf eine Skoliose hindeuten könnten, ist es sehr empfehlenswert diesen Eindruck fachmännisch abklären zu lassen.

 

Hierzu ist es wichtig festzustellen:

- wie viele Bögen macht die Skoliose (meistens 2)

- in welchem/n Wirbelsäulenabschnitt/en befindet sie sich
- welche Bereiche sind hohl (konkav) oder rund (konvex)
- wie stark wirkt sie sich auf Schulter-/Beckenstand aus
- welche muskulären Veränderungen sind vorhanden

 

Ist dies geklärt, bietet es sich an das Pferd entsprechend physiotherapeutisch zu trainieren um muskuläre Dysbalancen auszugleichen und die Wirbelsäule in ihrer Beweglichkeit zu fördern!

Diagnosen und Therapieanleitungen hierzu gibt es unter anderem bei kompetenten Physio-/Osteotherapeuten.

 

Ein ganz wichtiger Aspekt beim Thema Skoliosen ist die Skoliose eines Reiters selbst!

 

Diese hat auch beim Reiter oben genannte Auswirkungen!

Das Hauptproblem diesbezüglich ist das schiefe sitzen des Reiters.

Der meist in solchen Fällen vorliegende Beckenschiefstand führt dazu, daß der Reiter ungleichmäßig auf sein Pferd einwirkt.

 

Insbesondere einseitige Gewichtshilfen fallen dem Reiter dann schwer und kommen beim Pferd nicht richtig an. Es kann also sein, d. ein solcher Reiter unbewusst andauernd eine einseitige Gewichtshilfe gibt!
Das Pferd reagiert darauf unter anderem entweder gar nicht mehr, oder es:

 - entwickelt ungleichmäßig Muskulatur im rechts/links Vergleich

- es wird selber schief
- es galoppiert auf einer Hand dauernd falsch an
- es gibt auf einer Hand deutliche Probleme in Stellung/Biegung
- häufige Taktfehler und stolpern sind möglich

 

Reitern empfehle ich daher sich mal mit geschlossenen Augen, ganz locker und entspannt auf`s Pferd zu setzten und mal nachzufühlen, ob er einseitig verstärkten Druck am Gesäß verspürt.... ;o)

Um herauszufinden ob Pferd oder Reiter schief sind (gegebenenfalls auch BEIDE....) sollte der Reiter diesen Test auch ruhig mal auf verschiedenen Pferden durchführen.

 

Skoliosen beim Reiter bedürfen ebenfalls einer physiotherapeutischen Behandlung!

Gerade Reiter mit dieser Diagnose sollten ihre Pferde regelmäßig und häufig vom Boden aus arbeiten, oder sich einen Reiter suchen (ohne Skoliose) um sein Pferd regelmäßig mit zu reiten.

 

Fazit:

Skoliosen sind weiter verbreitet, als man denkt und führen meist zu deutlich einseitigen Problematiken!
Diese können sowohl das Pferd als auch den Reiter, wie auch Beide gleichzeitig betreffen!

 


Skoliosen haben NICHTS mit der natürlichen Schiefe des Pferdes zu tun! 
Sie stellen ein sehr umfangreiches und schwieriges Krankheitsbild dar und bedürfen einer guten, dauerhaften Therapie!!!

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