Fernsehbeiträge

Ich bitte die Qualität zu entschuldigen. Sie haben durch die Lagerung ziemlich gelitten.

http://www.hallo-pferd.de/news/21915

 

Woran erkenne ich Schmerzen beim Pferd? - Ein Aufruf für mehr Verständnis
Datum der Nachricht: 02.09.2014


Bild: KANN mein Pferd überhaupt ausführen, was ich von ihm verlange? / Foto: Nicole Lehner
 

Wie zeigt mir mein Pferd, dass es Schmerzen hat?



von Wiebke Heye 

Da Pferde ja bekanntlich nicht sprechen können, ist es für den Besitzer oftmals schwierig, Schmerzen seines Tieres richtig zu deuten. Schmerzen werden von den Pferden aber nonverbal sehr wohl geäußert! 

Wie aber „sagt“ es mir nun, daß ihm etwas weh tut? 

Zunächst einmal äußert sich Schmerz in ungewöhnlichem Verhalten. Es kann vorkommen, dass ein eigentlich sehr umgängliches Pferd auf einmal aggressiv auftritt. Dies kann sich z. B. zeigen durch beißen, treten, buckeln, steigen, Ohren anlegen bei Berührungen, weglaufen und andere Abwehrreaktionen beim satteln und / oder auftrensen. 

Aber auch andere Schwierigkeiten können auf Schmerzen hindeuten. Besonders auffällig und für den Reiter eher wahrnehmbar wird es, wenn sein Pferd sich gegen seine reiterlichen Wünsche wehrt. Dabei sind eigentlich alle reiterlichen Probleme denkbar, wie da wären:
  • mangelnde/unkonstante/schiefe Anlehnung, falscher Knick

  • Zungenprobleme

  • mangelnde Biegung

  • Taktfehler in den verschiedenen Gangarten

  • übereiltes Tempo, starke Triebigkeit

  • mangelnde Rückentätigkeit und Schwungentwicklung

  • alle Versuche dem Gebiss zu entweichen

  • wenig Raumgriff der Vorhand

  • klemmige Hinterhand

  • schlechtes Untertreten der Hinterhand

  • Verweigerungen am Sprung


Diese Symptome sollten unbedingt ernst genommen werden, auch wenn man sich schon an sie gewöhnt hat, da sie oftmals schon lange bestehen. Meiner Erfahrung nachgibt es keine Pferde, die extra und böswillig derartige Verhaltensmuster an den Tag legen! 

Könnten sie verbal kommunizieren, würden sie vielleicht sagen: "Hey, der Sattel kneift, die Trense drückt, ich habe Zahnschmerzen, ich kann Dein Gewicht auf mir kaum ertragen, ich habe Bauchschmerzen, mir tun die Füße weh..." 

Das Pferd ist darauf angewiesen, daß sein Besitzer seine Hilferufe richtig deutet und ihm dann hilft! Es wäre absolut wünschenswert, nein, es ist unbedingt erforderlich (!), daß sich JEDER Reiter damit auseinandersetzt, warum er Probleme mit seinem Pferdepartner hat. 

 
Dieser Artikel enthält folgende Kapitel:
  1. Wie zeigt mir mein Pferd, dass es Schmerzen hat?
  2. Hört Euren Pferden einfach nur zu!

Woran erkenne ich Schmerzen beim Pferd? - Ein Aufruf für mehr Verständnis (Teil 2)
Datum der Nachricht: 02.09.2014


Bild: KANN mein Pferd überhaupt ausführen, was ich von ihm verlange? / Foto: Nicole Lehner
 

Hört Euren Pferden einfach nur zu!


Ständige schlechte Wertungen auf Turnieren, dauernde Probleme im Gelände und im Umgang müssen nicht sein. 

Die Pferde sind normalerweise artig und leistungswillig. Leider wird auch heute noch zu oft so verfahren, dass bei Problemen mit mehr Druck reagiert wird. „Setz Dich mal durch!“ heißt es dann...egal wie. 

Was macht dann das Pferd? Es gehorcht und kooperiert, solange wie es ihm irgendwie möglich ist. Die menschliche Reaktion: „Oh, prima! Dann war es ja doch nur bockig!..... Doch genau das war nicht der Fall, das Pferd wurde mit seinen Ausdrucksmöglichkeiten nur nicht vom Menschen verstanden. 

Pferde können, besonders unter "starken" Reitern, lange kompensieren. Sie weichen dem Problem aus, solange es eben geht. Scheinbare Erfolge durch das Einsetzen diverser Hilfsmittel verstärken das Problem auf Dauer - immer! 

Möglicherweise zeigen sich dann die Kompensationsfolgen auch erst durch degenerative strukturelle Veränderungen. Denkbar sind hier die allseits gefürchteten Sehnenschäden, Kissing Spines, Karpfenrücken, Gelenkarthrosen jeglicher Art, um nur einige zu nennen. Diese oft unwiderruflichen Schäden sind somit häufig hausgemacht,werden aber meistens nicht mit der eigenen Unaufmerksamkeit in Verbindung gebracht. Nicht wenige Pferde geben irgendwann auf und leiden unter erlernter Hilflosigkeit oder zeigen sogar depressionsähnliche Symptome

 
Ein unverstandenes Pferd, ob mit oder ohne Schmerzen, gibt irgendwann auf. 
Foto: Barrington auf fotolia.de
 


Zu bedenken ist bei der Nutzung eines Pferdes auch, daß nicht jedes Pferd automatisch ein Sportler ist! Es gibt diverse Pferde, die sportlichen Anforderungen einfach nicht gewachsen sind. 
Die Ursachen dafür sind größtenteils im Gebäude und in dem jeweils individuellen Interieur zu finden. 

Versuche ich also, einen eher phlegmatischen Kandidaten permanent zu Höchstleistungen anzuspornen, werde ich auf Dauer einen total abgestumpften in sich gekehrten "Partner" haben, der sich garantiert nicht mehr freut, mich zu sehen. Gleiches gilt für Pferde mit körperlichen Einschränkungen. Dazu gehören z. B. auch die sehr häufig vertretenen Hufprobleme (Fehlstellungen, schief abgelaufene Hufe, Hufe mit absolutem Sohlenkontakt etc....). Jeder hat schonmal den Satz gehört: "Ohne Huf kein Pferd" - dieser Satz ist sehr ernst zu nehmen! 

Will ich z. B. ein Pferd mit ausgeprägtem Senkrücken dazu bringen, perfekt in Längsbiegung zu gehen, werde ich das NIEMALS schaffen. Das liegt einfach daran, daß die Wirbelsäule in dieser Stellung biomechanisch absolut nicht in der Lage ist, eine Längsbiegung zu leisten. Die Gelenke sind in dieser Position für eine Seitneigung quasi blockiert. Da hilft auch kein noch so heftiges Einwirken oder schimpfen auf die angebliche Bockigkeit des Gauls! 

Man kann es in diesem Fall NUR über vorwärts-abwärts probieren, da sich dabei die Wirbelsäule hebt und somit wieder in eine bessere Position für die Seitneigung kommt. Gleiches gilt für Pferde, die ständig den Kopf weit oben haben, die in falscher Aufrichtung geritten werden usw. 

Zwinge ich mein Pferd dauernd, etwas zu tun, was es nicht kann, muß ich mich folglich nicht über diverse Unannehmlichkeiten im Umgang und/oder beim reiten wundern. 

In diesem Sinne hoffe ich auf mehr Einfühlungsvermögen und Selbstkritik von allen, die sich einen gesunden Pferd-PARTNER wünschen. 

http://www.hallo-pferd.de/news/21835

 

Kennen Sie sich in der Pferde-Orthopädie aus?
Datum der Nachricht: 27.06.2014


Bild: Physiotherapie und Ostepathie helfen bei Blockaden. / Foto: K.-U. Häßler auf Fotolia.com
 
von Wiebke Heye 

Das Pferd an sich ist durch seinen Körperbau, aber vor allem durch seine Eigenschaft als Reittier sehr anfällig für körperliche Schädigungen. Oft betrifft dies die Gelenke, Knochen, Muskeln und Sehnen. Es ist Aufgabe des Reiters, Fehlhaltungen und Schmerzen zu erkennen, bevor die Schäden irreversibel werden. Hier ist eine Erklärung einiger Skelett-Erkrankungen, die im täglichen Leben auftreten können. 

 
Wiebke Heye bei der Arbeit. Hier testet sie das Hüftgelenk nach außen... 

Blockaden sind gut behandelbar


Blockaden werden gern als Laienprognose für alles mögliche genommen. "Er ist halt blockiert, deshalb kann er die Hinterhand nicht einsetzen." So oder ähnlich hört man es öfter. Doch WAS ist blockiert? Und was bedeutet das überhaupt? 

Blockaden sind laut Definition "reversible segmentale Dysfunktionen" Auf Gelenke bezogen bedeutet das, daß ein Gelenk nicht richtig "arbeitet", dies aber wieder korrigiert werden kann. 

 
... und hier das Becken nach oben. 

Ursachen für Blockaden gibt es einige: Stürze, in ein Loch treten, im Halfter hängen bleiben, festliegen, Geburtsprobleme, und und und.... Letztendlich führen solche Vorfälle dazu, dass sich Gelenke verkanten oder das umliegende weiche Gewebe reagiert (Verklebungen im Kapsel-/Bandapparat, Verspannungen der Muskulatur, Ansammlung von Flüssigkeit, kleine Schwellungen, etc.). Diese Problematik lässt sich unter anderem mittels Osteotherapie und Physiotherapie gut behandeln. 

Im Zusammenhang mit dem Begriff Blockade (die übrigens aus oben genannten Gründen röntgenologisch NICHT nachweisbar ist) trifft man auch häufig auf die Aussage: "Mein Pferd hat sich was ausgerenkt." Nicht alle können zwischen Blockade und Ausrenken, bzw. die Luxation unterscheiden. 

 
So testet Wiebke Heye das Kreuz-Darmbein-Gelenk. 

Eine echte Luxationen (Verrenkung) kann man kaum rückgängig machen


Eine Luxation bedeutet laut Definition eine Gelenkverletzung mit vollständiger Diskontinuität der gelenkbildenden Knochenenden. Das bedeutet, daß die Gelenkenden überhaupt keine funktionelle Einheit mehr bilden. Dies geht einher mit erheblichen Verletzungen im Kapsel-/Bandapparat (Zerreißungen). Luxationen SIND röntgenologisch nachweisbar, da sich die gelenkbildenden Knochenenden deutlich, unphysiologisch, voneinander "entfernen". Sie entstehen durch schwere traumatische Ereignisse und sind schwer rückgängig zu machen. Der Patient muß damit unbedingt schnellstmöglich in eine Klinik! Osteotherapeutisch und physiotherapeutisch ist in solchen Fällen nichts zu machen - es ist sogar sehr gefährlich! 

Betrifft eine Luxation die Beine, ist eine deutliche Fehlstellung der Gliedmaße zu erkennen. Im Wirbelsäulenbereich ist dies nicht so deutlich. Dort kommt so etwas auch sehr selten vor und wenn doch, trifft es meistens die Halswirbelsäule. 

Läsionen


Laut Definition ist eine Läsion lediglich eine Verletzung, Störung oder Schädigung.. Das ist eine etwas "schwammige" Aussage. Dennoch wird sie im Bereich Osteopathie gerne eingesetzt, da sie Probleme aus diesem Bereich am zutreffensten umschreibt. Der Osteotherapeut sucht Läsionen (Störungen) im Organismus. Diese können alle Strukturen und Gewebe im Körper betreffen. Zum besseren "Verständnis" wird allerdings auch hier oft vom Einrenken und von Blockaden gesprochen. 

 
Und hier nochmal ein Test des linken Hüftgelenkes nach außen. 

Beckenschiefstand: warum, wodurch, und wie korrigierbar?


Der Beckenschiefstand ist in den meisten Fällen korrigierbar. Das kann allerdings manchmal etwas länger dauern. Ein Beckenschiefstand kann viele Ursachen haben.Das Thema ist sehr komplex, daher möchte ich hier nur einige Möglichkeiten erwähnen:

In den meisten Fällen entsteht ein Beckenschiefstand durch ein plötzliches heftiges traumatisches Ereignis (Sturz, wegrutschen der Hinterhand, hängenbleiben mit dem Becken z. B. an der Boxentür, in ein Loch treten, Geburtsprobleme, festliegen, etc.). Diese Fälle sind meist schnell wieder in den Griff zu bekommen, solange sie nicht mit strukturellen Schäden einhergehen. 

"Angeborene" Beckenschiefstände, z. B. durch eine Beinlängendifferenz hingegen sind eher nicht korrigierbar. In diesen Fällen sollte man mit physiotherapeutischen Maßnahmen die Folgen eines andauernden Beckenschiefstandes minimieren. Auch chiropraktische oder osteotherapeutische Behandlungen können unterstützend wirken. Diese Fälle sind allerdings eher selten. 

Weitaus häufiger kommt es vor, dass ein Beckenschiefstand durch schlecht sitzendes Equipment, durch Probleme unterhalb des Beckens (besonders aus dem Hufbereich) sowie einseitiger Belastung beim reiten ausgelöst wird. Hierdurch entstehen zum Teil erhebliche Fehlspannungen in der Muskulatur, die sich dann auch über ein schiefes Becken bemerkbar machen. 

Zu guter Letzt kann sogar der Reiter selbst die Ursache für einen Beckenschiefstand sein. Leidet der Reiter z.B. selbst unter einer Skoliose (Wirbelsäulenverkrümmung), führt diese beim Pferd ebenfalls zu einem Beckenschiefstand. Denn der "krumme" Reiter belastet den Pferderücken ungleichmäßig. Diese versucht das Pferd auszugleichen, was wiederum zu einem Ungleichgewicht im Muskelaufbau führt. Diese muskuläre Disharmonie kann dann wiederum zu einem Beckenschiefstand des Pferdes führen. 

Am besten selbst testen


Setzt Euch mal mit geschlossenen Augen locker auf Euer Pferd. Habt Ihr auf beiden Gesäßhälften den selben Druck? Bestenfalls ist das so. Oder wie sieht es mit der Steigbügellänge aus? Müsst Ihr immer einen Steigbügel länger schnallen? 

Sollte also der Reiter selbst die Ursache sein, wäre es sehr ratsam, wenn sich dieser erstmal in physiotherapeutische Behandlung begibt. Bei Menschen mit Skoliosen macht es auch Sinn, das Pferd regelmäßig von jemanden ohne Skoliose reiten zu lassen - zur Entspannung der Situation. 

Sollten sich in kürzeren Zeitabständen immer wieder Beckenschiefstände entwickeln, kommen als Ursache auch organische Probleme in Frage (z.B. in Kombination mit Dauerrosse, auffälliges Kot- und/oder Wasserabsetzen, usw.). Auch können Skoliosen beim Pferd vorliegen. In dem Fall ist, genau wie beim Menschen, Physiotherapie indiziert! Ebenfalls sollte dann das Training entsprechend angepasst werden. Dies kann durch verstärktes Reiten entsprechender Lektionen erreicht werden, die die verkürzte Seite dehnen. 

http://www.hallo-pferd.de/news/21797

 

Therapeuten im Pferdebereich: was sie können müssen
Datum der Nachricht: 30.05.2014

Eine Grauzone



von Wiebke Heye und Silke Schön 

Die Liste der Therapeuten, die aktiv Pferde behandeln, ist lang. Ob Physiotherapeuten, Osteopathen, Chiropraktiker, Tierheilpraktiker, Pferde-Psychologen oder Phytotherapeuten - alle kennen sich in ihrem Spezialgebiet angeblich gut aus. 

Allerdings ist nicht jedem Kunden bewusst, dass es in Deutschland zur Zeit keine staatliche Regelung für einen einheitlichen Prüfungsstandard für z.B. oben genannte Berufe gibt. Nadine Fritz, selbst Tier-Physiotherapeutin, weiß um das Dilemma:"Anders als bei einer regulären Ausbildung wie z.B der des Tiermedizinischen Fachangestellten, die eine Dauer von 3 Jahren hat und bei einem Tierarzt oder Tierklinik stattfindet, sind die Berufe Tierheilpraktiker oder Tierphysiotherapeut noch nicht staatlich geregelt und somit auch noch nicht staatlich anerkannt. Berufsverbände wie der Bundesverband zertifizierter Tierphysiotherapeuten e.V streben eine solche Anerkennung an." Derzeit darf sich jeder so bezeichnen, der damit sein Geld verdienen möchte. Ausbildungen werden von privaten Akademien und Instituten angeboten (Liste am Ende des Artikels). Eine Grauzone, in der sich viele Scharlatane, aber auch viele Profis aufhalten. 

Guter Therapeut - schlechter Therapeut oder 
gute Schule - schlechte Schule


Aus der Vielzahl der Ausbildungen, Qualifikationen und angeblichen Referenzen ergeben sich für den Kunden erhebliche Probleme bei der Auswahl eines passenden Therapeuten. Tierbesitzer wollen nur das Beste für ihr Tier. Ihnen soll schnell und gut geholfen werden, wenn es ihnen schlecht geht. Aber wie findet man einen guten Therapeuten bei soviel Chaos auf dem Markt? Immer mehr Schulen sprießen aus dem Boden. Im Bereich des Tierheilpraktikers findet man noch einige Anbieter mehr als im Bereich der Tierphysiotherapie. In vielen Schulen ist keinerlei medizinische Vorbildung notwendig. 

In dem Begriff "Fortbildung" steckt allerdings schon das erste mögliche Problem. Fortbildungen sind in staatlich anerkannten Berufen bestenfalls dazu da, Leute mit abgeschlossenen Berufsausbildungen in ihrem Grundwissen weiterzubilden. Dies ist im Fall der Tierheilbehandlungen anders. Dort werden alle Interessierten in reinen Fortbildungen ausgebildet. 

 
Um ein Pferd korrekt zu therapieren, bedarf es viel theoretischen Wissens um die Anatomie, Physiologie, Neurologie, Biomechanik und die verschiedenen Krankheitsbilder. Sonst kann es schnell im Teufelskreis enden. 
© K.-U. Häßler - Fotolia.com
 


Diese Fortbildungen laufen in Wochenendseminaren und/oder Wochenkursen ab. Den Rest müssen die Teilnehmer dann zuhause nacharbeiten. Bestenfalls gibt es am Ende der Fortbildungs-Zeit eine Abschlussprüfung, in der man nach erfolgreichem Bestehen ein Zertifikat erwerben kann. Es ist für Quereinsteiger oder Berufsfremde sehr schwierig, in dieser Art der Ausbildung genügend Wissen zu erlangen, um nachher kompetent in den verschiedenen Bereichen tätig zu sein. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, die sich nach und während dieser Fortbildungen sehr intensiv mit der Thematik auseinandersetzen. 

Unabhängig von Quereinsteigern gibt es Fortbildungen für o.g. Spezialgebiete für bereits ausgebildete Tierärzte oder Human-Physiotherapeuten - eben Personen, die bereits medizinisches Vorwissen besitzen. Ihre Fortbildungen können von der FN anerkannt werden. 

Nadine Fritz berichtet von ihren Erfahrungen an ihrer ersten Schule: 
"Ich fand einen Anbieter, der mir von der Homepage-Aufmachung und vom Inhalt her sympathisch war. Auch der Preis von gerade mal 480 Euro hat mich gelockt. Es hieß, es gibt mehrere Praxistage mit viel viel Unterricht. Die Skripte kamen auch recht schnell. Teilweise waren diese bebildert (leider mehr schlecht als recht) und der Inhalt nicht gerade verständlich. Dann gab es die Praxistage. Es waren am Ende dann doch nur vier Tage. Ich habe dann den weiten Weg in Kauf genommen und kam mit wenig bis keinem Wissen wieder. Muskeln wurden keine benannt und musste man auch nicht können, Knochenpunkte - was ist das? Unterrichtet wurde man auch nicht von Dozenten, sondern rein von Schülern, die gerade auch da waren und die vier Tage schon einmal mitgemacht haben. Als ich eine Schülerin, die an diesem Tag auch ihr Abschlusszeugnis bekam fragte, was denn das ISG (Illiosacralgelenk) genau sei und wo es sich befindet, kam die Gegenfrage „Was ist das Illiosacralgelenk? [...] Ein Zeugnis erhielt ich auch mit der Note“sehr gut“"


 
Um ein Pferd therapeutisch beurteilen zu können, braucht es Fachwissen und den Blick auf die Bewegung. 
Foto: Christian Schön
 



Dieser Artikel enthält folgende Kapitel:
  1. Eine Grauzone
  2. Nötige Regelungen
  3. So sieht eine korrekte Behandlung aus
  4. Das Pony Lila hat Pech gehabt

http://www.hallo-pferd.de/news/22009

Anforderungen an einen passenden Sattel
Datum der Nachricht: 28.12.2014


Bild: Was muss der Sattel nun können? / Foto: virgonira auf fotolia.com

Zuviel Auswahl, zuwenig gute Beratung


von Wiebke Heye 

Ein heiß umstrittenes und heikles Thema. Dennoch möchte ich es heute wagen, mich diesem zu widmen und hoffe auf aufgeschlossene, interessierte LeserInnen mit dem Mut zum nötigen Umdenken. 

Den erhöhten Diskussionsbedarf gibt es zwangsläufig dadurch, dass es so viele verschiedene Arten von Sätteln gibt. 

Einen Schwerpunkt der heutigen Meinungsverschiedenheiten stellt oftmals derSattelbaum dar. Soll er nun flexibel, aus Holz, aus Poly oder gar überhaupt nicht vorhanden sein? 

Leider gibt es heutzutage so viele Angebote, dass es für den Pferdebesitzer richtig schwierig wird. Der Trend geht hin zur maximalen Flexibilität und bestem Komfort für Pferd und Reiter. Verarbeitet werden die tollsten Materialien, die Sättel werden optisch richtige Hingucker und alle sind begeistert. Schließlich möchte man als Pferdebesitzer ja nur das Beste für sein geliebtes Tier! Da hören sich die heute gängigen Verkaufsargumente der Hersteller einfach nur traumhaft an. 

Aber was steckt dahinter?


Man bedenke, dass es den meisten Herstellern in erster Linie darum geht, Geld mit ihren Produkten zu machen. Daher greifen sie den Unmut Vieler über einen nicht passenden Sattel nur zu gerne auf. 

Da herkömmliche Sättel damals wie heute in der Regel einen Sattelbaum besitzen (dieser jedoch viel zu häufig nicht zum entsprechenden Rücken des sich unter ihm befindlichen Pferdes passt!), fing man an diese zu „verteufeln“. Sie seien ja eh zu fest und unbeweglich, der Rücken kann damit nicht frei schwingen, die Muskulatur kann sich unter so einem starren Gebilde nicht entwickeln, er drückt hier und er drückt da und sowieso kriegen die Pferde durch diese Konstruktion den so gefürchteten Satteldruck. 

Sie haben Recht! 

Das Problem allerdings ist nicht der Sattelbaum als solches, sondern eben der nicht zum Pferd passende Sattelbaum! 

Der Baum muss in erster Linie zum Rücken des entsprechenden Pferdes passen! Er muss so angepasst sein, dass er die natürliche Oberlinie des Pferdes aufnimmt und nicht dagegen arbeitet. 

Das wäre sonst ungefähr so, als würde man die Längsgewölbeunterstützung in einem menschlichen Schuh nicht unten innen sondern auf der äußeren Seite anbringen. Ich glaube kaum, dass es jemanden gibt, der mit einem solchen Schuh dauerhaft gut laufen könnte. 


Dieser Artikel enthält folgende Kapitel:
  1. Zuviel Auswahl, zuwenig gute Beratung
  2. Man muss etwas vom Pferd verstehen, nicht nur vom Sattel
  3. Pferde sind eigentlich nicht dazu gemacht, Gewicht auf dem Rücken zu tragen